Carolin am Schreibtisch im Büro

Persönlichkeitstest: Ich bin ein Virtuose (ISTP-T)

Das sagt mein Persönlichkeitstest nach Myers-Briggs, den ich diese Woche gemacht habe: Ich bin ein Virtuose (ISTP-T).

In der Content Society haben wir uns diese Woche mit Persönlichkeitstests beschäftigt. Ich habe ein paar dieser Tests ausgefüllt, und das hat auch viel Spaß gemacht. Nicht jedes Testergebnis war zu gebrauchen. Teilweise klangen die Testergebnisse schon sehr willkürlich und ich habe mich nicht wirklich in der Auswertung erkannt. Überzeugt hat mich nur der Myers-Briggs-Typenindikator. Mit dem Testergebnis Virtuose kann ich mich tatsächlich ganz gut identifizieren. Und hier kannst du lesen, warum.

Mein Testergebnis im Myers-Briggs-Persönlichkeitstest: Ich bin ein Virtuose (ISTP-T)
Mein Testergebnis im Myers-Briggs-Persönlichkeitstest: Ich bin ein Virtuose (ISTP-T).
Bild: 16personalities.com.

Ich wollte das Leben erleben, ein anderes Leben. Ich wollte nicht jeden Tag zum gleichen Ort gehen, die gleichen Leute sehen und die gleiche Arbeit verrichten. Ich wollte interessante Herausforderungen.

HARRISON FORD

Mit diesem Zitat beginnt die Beschreibung des Virtuosen auf 16personalities.com. Und dieses Zitat hätte absolut auch meines sein können.

Was ist der Myers-Briggs-Typenindikator?

Der Myers-Briggs-Typenindikator (MBTI) ist ein Persönlichkeitstest, der auf die „psychologischen“ Typen von Carl Gustav Jung zurückgeht. Er wurde von Catherine Cook Briggs und Isabel Myers in den 1940er Jahren entwickelt. Der MBTI wird häufig von Firmen in Assessment Centern eingesetzt, um die berufliche Eignung von Bewerbern besser einschätzen zu können.

Der Original-MBTI ist ein kommerzieller Test, den man nur gegen eine Gebühr machen kann. Es gibt aber verschiedene kostenlos zugängliche Fragebögen, die ähnlich aufgebaut sind, wie zum Beispiel der von 16personalities.com.

In dem Test füllst du einen Fragebogen aus, der viele verschiedene Aussagen enthält. Für jede Aussage gibst du an, wie genau sie auf dich zutrifft. Das Testergebnis enthält vier bzw. fünf Indikatoren mit jeweils zwei Ausprägungen. Für jeden Indikator bekommst du einen Prozentwert zu dem du zur einen bzw. anderen Ausprägung dieses Indikators tendierst. Das Ergebnis besteht dann aus vier bzw. fünf Buchstaben, die jeweils die Ausprägung bezeichnen, die eher auf dich zutrifft. Und diese vier Buchstaben ergeben dann deinen Typen. Der fünfte Indikator bezeichnet nur zwei verschiedene Ausprägungen innerhalb des Typs.

Der MBTI entspricht allerdings nicht den heutigen wissenschaftlichen Erkenntnissen. Es ist sehr umstritten, ob es überhaupt möglich ist, einen Menschen klar einem der 16 Typen zuzuordnen. Insbesondere auch als Mittel zur Vorhersage einer Eignung für einen Beruf wird der Test sehr kritisiert.

Ich war trotzdem sehr beeindruckt, wie gut ich mich in meinem Testergebnis wiedererkannt habe. Wenn du den Test auch machen möchtest, solltest du das Ergebnis aber nicht zu ernst nehmen.

Verstand: 88% Introvertiert

Mein Testergebnis besagt, dass ich zu 88% introvertiert bin.

Introverted individuals prefer solitary activities and get exhausted by social interaction.

16personalities.com

Das heißt also, dass introvertierte Menschen Aktivitäten alleine bevorzugen und soziale Interaktion sie ermüdet.

Und das kann ich für mich ganz klar unterschreiben. Zwar treffe ich mich auch gerne mit Freunden. Allerdings raubt mir das meine Energie. Um diese wieder aufzutanken, brauche ich dann immer ausreichend Zeit für mich. Was ich überhaupt nicht mag, sind große Menschenmengen und inhaltsleerer Small Talk. Beides sind Dinge, die ich lieber vermeide.

People with this personality trait find strength in creating their own space.

16personalities.com

Im Vergleich von Introvertierten und Extravertierten im Testergebnis ist beschrieben, dass Introvertierte ihre Stärke aus der Erstellung ihres eigenen Raums ziehen. Und genau deshalb ist mir mein Büro-/Näh-/Kreativraum im Keller so wichtig. Dort kann ich am allerbesten arbeiten, weil ich dort meine Ruhe habe. Ich habe noch nie verstanden, warum viele Arbeitgeber so begeistert sind von Großraumbüros. Für mich sind sie ein absoluter Graus.

Energie: 55% realistisch

Hier ist mein Testergebnis bei weitem nicht so eindeutig, wie beim vorherigen Indikator.

Es gibt den intuitiven und den realistischen Typ. Hier geht es darum, wie Menschen die Informationen aus ihrer Umwelt am wahrscheinlichsten verwenden.

These traits describe what people are more likely to do with the information gathered from the world around them.

16personalities.com

Der realistische Typ schaut vor allem auf die Dinge, die in der Gegenwart passieren – auf Fakten. Die Vergangenheit und die Zukunft interessiert ihn hauptsächlich aus der Perspektive, wie sie seine Handlungen in der Gegenwart beeinflussen. Dadurch ist er sehr fokussiert und praktisch veranlagt.

Der intuitive Typ dagegen nutzt seine Vorstellungskraft und versucht so, neue Ideen und Möglichkeiten zu finden. Er liebt das Theoretische und versucht die Punkte zu einem großen Ganzen zu verbinden.

Ich denke, dass das Ergebnis des Tests – eine leichte Tendenz zum realistischen Typ – nicht so falsch ist. Ich liebe es, Fakten zu analysieren und bin tatsächlich sehr praktisch veranlagt. Allerdings interessiert mich auch immer der Gesamtzusammenhang.

Natur: 53% Logik-fokussiert (denken)

Zwischen Denken (= Thinking) und Fühlen ist mein Testergebnis noch knapper, mit leichter Tendenz zum Denken.

Dieser Indikator zeigt, ob wir unsere Entscheidungen eher rational oder emotional treffen. Der Denker entscheidet eher ergebnisorientiert („Wie hilft das?“) und lässt sich weniger von seinen Gefühlen leiten. Dem Persönlichkeitstyp mit dem Charakterzug Fühlen ist das Wohlbefinden der anderen wichtig („Wem hilft das?“).

Logik ist mir tatsächlich sehr wichtig. Ich sauge neues Wissen förmlich auf. Ich liebe es, nach Lösungen zu suchen und Dinge zu strukturieren. Wenn ich eine Entscheidung treffen muss, wäge ich deshalb in aller Regel zuerst ab, welche Folgen die eine oder andere Entscheidung haben dürfte.

Nun habe ich aber auch durchaus viel vom emotionalen Typ in mir. Deshalb fällt es mir oft tatsächlich nicht leicht, eine Entscheidung zu treffen, wenn die Entscheidung aus emotionalen Gesichtspunkten eine andere sein müsste, als aus logischen.

Taktiken: 68% suchend

Hier geht es darum, wie Menschen planen und mit den Optionen umgehen, die sie haben. Außerdem beeinflusst dieser Indikator, wie wichtig Spontanität oder Sicherheit, Flexibilität oder Chaos sind.

Der Wahrnehmer (= Prospecting) ist offen für neue Eindrücke. Er kann gut improvisieren und neue Möglichkeiten entdecken und ist dadurch sehr flexibel.

Und das trifft auf mich sehr genau zu. Ich bin eine ganz typische Scanner-Persönlichkeit. Ich habe so viele Interessen und lasse mich nicht gern einschränken. Und deshalb ist meine Flexibilität mir auch sehr wichtig.

Das bedeutet auch, dass normale Projektplanung bei mir nur sehr bedingt funktioniert. Mit einer Wochen- oder Monatsplanung lege ich mich zu sehr fest. Ich brauche eine flexiblere Möglichkeit, meine Projekte zu planen. Und das ist einer der Gründe, warum ich Notion so liebe. Dieses System bietet mir die nötige Flexibilität. Es lässt sich sehr gut an meine Vorstellungen anpassen, auch wenn diese sich mit der Zeit immer wieder ändern.

Identität: 68% stürmisch

Der letzte Indikator unterstützt alle anderen: Er zeigt, wie selbstsicher Erfolg und Misserfolg, mit Kritik und Feedback von anderen, mit unerwarteten Dingen umgehen.

Ich bin laut meinem Testergebnis überwiegend stürmisch (= Turbulent). Stürmische Menschen sind Perfektionisten, die sich immer verbessern wollen. Sie bekämpfen ihre Selbstzweifel, indem sie versuchen, mehr zu erreichen. Und sie neigen dazu, auch kleine Probleme wahrzunehmen. Sie versuchen gleich, sie zu lösen, bevor es große Probleme werden. Das kann aber auch dazu führen, dass sie zu sehr über Kritik oder Kränkungen nachdenken.

All das kenne ich nur zu gut. Ich bin definitiv sehr perfektionistisch veranlagt. Das hat natürlich Vorteile, denn ich neige dazu, die Dinge sehr genau zu erledigen. Ich muss dadurch meistens nicht allzu viel nacharbeiten. Allerdings hat es auch erhebliche Nachteile. Denn ich muss immer aufpassen, dass mein Perfektionismus nicht überhand nimmt. Ansonsten kann es vorkommen, dass ich mich verzettel und mit meiner Arbeit nicht fertig werde. Doch hier macht Übung den Meister und ich merke, wie mir das immer besser gelingt.

Stress may have a bad reputation, but Turbulent types around the world show just how powerful a motivator it can be.

16personalities.com

Doch ich weiß auch die Vorteile des turbulenten Typs zu schätzen. Wie 16personalities.com schreibt, kann Druck für den turbulenten Typ ein sehr machtvoller Motivator sein. Und solange der Druck, den ich mir selbst mache, positiv ist, ist das auch definitiv so. Wenn ich mir Dinge fest vornehme, dann möchte ich sie auch erreichen. Und dann kann ich sehr ehrgeizig sein. Das verhilft mir dann dazu, an Dingen lange dranbleiben zu können. Auch wenn ich als Scanner-Persönlichkeit dafür eigentlich nicht gemacht bin.

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